Denkzeit - die Frage nach dem "warum"

Warum darf ich keine Schokolade essen?

 

Kennen Sie das auch? Kinder fragen ihren Eltern Löcher in den Bauch – in einem bestimmten Alter wird jede Antwort mit einer neuen Frage nach dem „warum“ fortgesetzt.  Ein Beispiel: „Warum darf ich keine Schokolade haben?" „Weil wir gleich essen." „Warum darf ich dann keine Schokolade essen?" „Weil du dann keinen Hunger mehr hast." „Warum muss ich essen?" „Damit du nicht verhungerst." „Warum darf ich dann keine Schokolade essen?"

 

 Ein Spiel, das Kinder stundenlang mit wachsendem Vergnügen spielen können. Die Erwachsenen dagegen sind entweder schnell mit ihrem Latein am Ende oder haben irgendwann keine Lust mehr, immer neue Antworten zu erfinden.

 

Die Fragen nach dem „warum“ beschäftigen uns ein ganzes Leben lang. Ich habe festgestellt, dass wir als Erwachsene gerade in Krisensituationen nach dem „warum“ fragen. „Warum ich?“ „Warum diese Krankheit?“ „Warum besucht mich niemand?“ Kommt Ihnen das ebenfalls bekannt vor? Irgendwie scheinen wir gerade dann nach Antworten zu suchen, wenn es uns nicht gut geht. Und oftmals gibt es diese Antworten nicht, niemand kann erklären, warum vielleicht gerade ich im Rollstuhl sitze, warum gerade ich fast nichts mehr  sehen kann, warum meine Frau oder mein Mann so früh verstorben ist. Die Frage nach dem „warum“ sucht Erklärungen, für die das Leben oft keine Erklärungen hat. „Das Leben ist nicht fair“ lautet die Zeile eines Liedes, das ich sehr mag. Stimmt! Aber niemand hat uns versprochen, dass das Leben fair ist. Das Leben ist das Leben, mal leicht und mal schwer, glücklich und zu Tode betrübt, gesund und krank, in einer Familie oder allein, in Friedens- oder Kriegszeiten. Es ist immer das Leben und es hat nicht nur zwei Seiten, wie eine Medaille, sondern unendlich viele Facetten. Viele davon finden wir positiv, erstrebenswert, sinnvoll und  fragen niemals nach dem „warum“. Andere lehnen wir ab, möchten nie, dass uns „sowas“ trifft. Und wenn doch, dann wollen wir unbedingt dieses verflixte „warum“ ergründen.

Ich wünsche mir häufig andere Fragen, zum Beispiel „Wie kann ich damit umgehen lernen“ oder „was muss ich tun, dass ich gesund werde“ oder „wer kann mich unterstützen. Denn diese Fragen sind in die Zukunft gerichtet und suchen nicht nach Erklärungen der Vergangenheit. Zukunft bedeutet immer auch Hoffnung, und wenn wir voller Hoffnung sind, dann wird vieles wieder möglich.

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